Brandschutz bei PV-Anlagen

Photovoltaikanlagen bergen Brandrisiken. Wir zeigen, wie Sie diese minimieren und Ihre Anlage sicher betreiben.

Photovoltaikanlagen (kurz PV-Anlagen) sind aus der modernen Energieversorgung nicht mehr wegzudenken. Sie liefern sauberen Strom und leisten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Gleichzeitig arbeiten sie jedoch dauerhaft unter Spannung. 

Diese Besonderheit kann im Falle von technischen Defekten ein erhebliches Brandrisiko bei Photovoltaikanlagen darstellen. Entstehen beispielsweise durch fehlerhafte Kabelverbindungen, beschädigte Leitungen oder defekte Steckverbinder sogenannte Lichtbögen, entwickeln sich innerhalb kürzester Zeit hohe Temperaturen. Besonders problematisch ist dies bei Dachanlagen, wo gebündelte Kabel in Kabelkanälen liegen und sowohl durch die Stromlast als auch durch Sonneneinstrahlung stark erwärmt werden.

Kommt es zu einem Brand, sind nicht nur die direkten Schäden an der PV-Anlage relevant. Für Betreiber spielen vor allem Folgeschäden eine Rolle: Produktions- oder Lieferausfälle, negative Presseberichterstattung und nicht zuletzt Umweltschäden können erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen haben.

Brandgefahren bei PV-Anlage

Mehrere Bauteile von Photovoltaikanlagen stehen im Fokus brandschutztechnischer Betrachtungen. 

  • DC-Steckverbinder und Kabelverbindungen reagieren empfindlich auf Montagefehler und neigen bei schlechter Verarbeitung zu Lichtbögen.
  • Wechselrichter, in denen sich Ströme bündeln, können durch thermische Überlastung oder interne Kurzschlüsse in Brand geraten.
  • Auch Modulanschlussdosen sind kritisch, da defekte Dioden oder mangelhafte Lötstellen zu Überhitzungen führen.
  • Selbst DC-Freischalter – eigentlich ein Sicherheitsinstrument – können im Störfall zur Brandquelle werden.

Statistik: selten, aber folgenschwer

Eine Untersuchung des TÜV Rheinland, ergänzt durch das Fraunhofer ISE, zeigt, dass nur etwa eine von 10.000 PV-Anlagen einen Brand mit relevanten Schäden verursacht. Schwere Brände treten bei lediglich 0,006 Prozent aller Anlagen auf. Angesichts von rund 2,5 Millionen installierten Anlagen in Deutschland summiert sich dies jedoch auf rund 150 Brandereignisse pro Jahr.

 

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Vorgaben bzgl. Brandschutz bei PV-Anlagen

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Zur Minimierung des Brandgefahren bei PV-Anlagen gelten in Deutschland verschiedene Regelwerke. Die DIN VDE 0100-712 beschreibt die Errichtung elektrischer Anlagen, während die VDE-AR-E 2100-712 konkrete Vorgaben für Abschaltvorrichtungen macht. Die DIN EN 62446 regelt Prüfungen an PV-Anlagen. 

Ergänzend sind die VdS 3145 zur Risikoeinschätzung, die DIN EN 50618 zu Anforderungen an Solarleitungen sowie die Landesbauordnungen mit ihren baulichen Brandschutzvorgaben zu berücksichtigen.

Verantwortlichkeiten im Schadensfall

Fehler bei der Installation oder Verstöße gegen geltende Normen liegen in der Verantwortung des Installateurs. Planungsfehler, etwa durch fehlende Trennschalter oder eine ungünstige Anordnung der Solaranlage, fallen in den Zuständigkeitsbereich des Planers. Betreiber wiederum haften, wenn sie Wartungen oder vorgeschriebene Prüfungen bei Photovoltaikanlagen vernachlässigen.

Wichtig: Die Haftung richtet sich im Einzelfall nach Vertrag, Sorgfaltspflicht, Fahrlässigkeit und Nachweislage.

 

Maßnahmen zum Brandschutz bei Solaranlagen

Eine normgerechte Installation in Verbindung mit geprüften Qualitätskomponenten bildet die Basis für einen sicheren Betrieb von PV-Anlagen. Zusätzliche Sicherheit bieten DC-Lasttrennschalter in unmittelbarer Nähe des Modulfeldes, brandsichere Kabeldurchführungen und Rauch- sowie Wärmeabzüge im Dachbereich. Eine klare Trennung zwischen DC-Leitungen und brennbaren Materialien verringert das Risiko weiter.

Gut zu wissen: Besonders wirkungsvoll ist der Einsatz moderner Früherkennungssysteme wie faseroptischer linearer Wärmemelder. Diese Technik erkennt gefährliche Temperaturanstiege bereits im Frühstadium und ermöglicht eine gezielte Alarmierung, bevor sich ein Brand entwickeln kann.

 

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Herausforderungen für die Feuerwehr

Auch nach einer Netzabschaltung bleibt die Gleichstromseite unter Sonneneinstrahlung aktiv. Restspannungen und das Risiko gefährlicher Lichtbögen erschweren den Einsatz zusätzlich. Begrenzte Dachzugänglichkeiten und unklare Brandherde stellen weitere Herausforderungen dar. 

Eine eindeutige Kennzeichnung der PV-Anlage, detaillierte Feuerwehrpläne und gut erreichbare Abschaltvorrichtungen erleichtern den Einsatzkräften die Arbeit erheblich.

 

Wartung als Schlüssel zur Sicherheit

Regelmäßige Prüfungen sind ein zentraler Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes bei Photovoltaikanlagen. Eine Sichtprüfung einmal jährlich deckt Schäden wie poröse Kabel, lockere Klemmen oder Anzeichen von Überhitzung auf.  Im Vierjahresrhythmus sollte eine umfassende elektrische Prüfung erfolgen. 

Wichtig: Auch die Überwachung auf Verschattung ist von hoher Relevanz, da sogenannte Hot Spots durch überlastete Zellen entstehen können – eine häufig unterschätzte Brandgefahr bei Photovoltaikanlage.

 

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Häufig gestellte Fragen

zum Brandschutz bei PV-Anlagen

Wie hoch ist die Brandgefahr bei Photovoltaikanlagen?

Das Risiko ist statistisch gering. Dennoch können die Schäden im Einzelfall erheblich sein, weshalb vorbeugende Maßnahmen unverzichtbar sind.

Welche Normen müssen eingehalten werden?
Zu den wichtigsten Regelwerken zählen DIN VDE 0100-712, VDE-AR-E 2100-712, DIN EN 62446, VdS 3145, DIN EN 50618 sowie die jeweiligen Landesbauordnungen.
Welche Komponenten sind besonders gefährdet?

Erhöhte Aufmerksamkeit erfordern DC-Steckverbinder, Wechselrichter, Modulanschlussdosen und DC-Freischalter – insbesondere bei Montage- oder Fertigungsfehlern.

Wie lassen sich Brände bei Photovoltaikanlagen vermeiden?

Fachgerechte Installation, der Einsatz geprüfter Komponenten, regelmäßige Wartung und moderne Früherkennungssysteme sind entscheidend.

Welche Besonderheiten gibt es im Brandfall für die Feuerwehr?

Die anhaltende Gleichspannung bei Sonneneinstrahlung erfordert besondere Vorsicht. Klare Kennzeichnungen, Abschaltmöglichkeiten und ein Feuerwehrplan unterstützen einen sicheren Einsatz.

 

Haben Sie noch Fragen zum Brandschutz bei Solaranlagen?