
Der St. Pauli - Elbtunnel, der 1911 eröffnet wurde, stellt eine technische Meisterleistung dar. Er war der erste Tunnel in Deutschland, der unter einem Fluss hindurchführt und verbindet die Stadtteile St. Pauli und Steinwerder in Hamburg. Mit einer Länge von 426 Metern und einer Tiefe von 24 Metern unter der Elbe ist der St. Pauli - Elbtunnel ein bedeutendes Infrastrukturprojekt. Seit 15 Jahren arbeitet der Betreiber Hamburg Port Authority an der Sanierung der beiden Tunnelröhren, eine Aufgabe, die aufgrund des Tunnelalters, der Bauweise und des Denkmalschutzes immer wieder neue Herausforderungen mit sich bringt.
Herausforderung der Löschwasserversorgung im Tunnel
Ein besonders kritisches Thema ist die Löschwasserversorgung. Der Tunnel verfügte über einen alten Überflurhydranten, doch dieser konnte aufgrund der baulichen Gegebenheiten nicht effizient genutzt werden. Ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) der Feuerwehr kann nicht in den Tunnel gebracht werden, sodass die Feuerwehr im Brandfall gezwungen wäre, einen Löschschlauch über eine lange, steile Treppe hinunter in den Tunnel zu verlegen. Dies ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch ineffizient. Zudem war der Hydrant noch am Trinkwassernetz angeschlossen, was im Zuge der Sanierung nicht mehr erhalten bleiben sollte.

Lösung: Trockene Löschwasserleitung

Das Ziel des Projekts war es, den Hydranten vom Trinkwassernetz zu trennen und der Feuerwehr eine schnellere und effizientere Möglichkeit zur Brandbekämpfung zu bieten. CWS Fire Safety – Niederlassung Bremen wurde mit der Aufgabe betraut, eine Lösung zu finden, die diesen Anforderungen gerecht wird. Die Herausforderung bestand darin, dass die Sanierung des Tunnels durch Hindernisse wie Stahlträger, Denkmalschutz und die Koordination mit anderen Gewerken erschwert wurde. Dennoch fand CWS Fire Safety eine maßgeschneiderte Lösung: Eine trockene Löschwasserleitung wurde verlegt, über die die Feuerwehr oberirdisch, am jeweiligen Eingangsportal, Wasser einspeisen kann. Dieses Wasser steht dann unterirdisch im Tunnel zur Verfügung. Um den Denkmalschutz zu wahren und aufgrund der fehlenden baurechtlichen Anforderungen, wurde ein bereits bestehender Schacht genutzt, in dem auch andere Leitungen verlaufen. Die Verlegung der Steigleitung erfolgte somit nicht nach DIN-Vorgaben, jedoch war dies in diesem Fall unproblematisch, da es sich um eine freiwillige Maßnahme des Betreibers handelte, um die Sicherheit im Tunnel zu erhöhen.
„Die Planung stellte uns vor einigen Herausforderungen, da bei einem so alten Bauwerk nicht alle Bestandteile dokumentiert sind. Zudem war der Denkmalschutz zu berücksichtigen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir in diesem Sonderfall eine maßgeschneiderte Lösung gefunden haben, um einem historisch bedeutenden Bauwerk auch im Brandfall eine effektive Löschmöglichkeit zu bieten.“, so Björn Ellmers, Projektleiter der CWS Fire Safety Bremen.
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Ergebnis: Optimierte Brandbekämpfung
Die Maßnahme führt zu einer erheblichen Vereinfachung der Brandbekämpfung im St. Pauli - Elbtunnel. Durch die neue Löschwassereinspeisung kann ein HLF direkt anfahren und das Wasser effizient einspeisen, was eine deutliche Zeitersparnis bedeutet. Im Brandfall kann nun eine Löschwassermenge von bis zu 1.600 Litern pro Minute eingespeist werden – und das an beiden Eingängen des Tunnels. Ein weiterer Vorteil ist der Schutz der historischen Tunnelstruktur. Die Notwendigkeit, eine schwere, gefüllte Schlauchleitung die Treppe hinunter zu nutzen, entfällt. Dadurch wird der Tunnel vor möglichen Beschädigungen bewahrt.
Schnelligkeit und Effizienz überzeugen
Die Löschwasserleitung samt Löschwassereinspeisung in beiden Tunnelportalen wurde innerhalb von nur 3,5 Wochen installiert und in Betrieb genommen. Das Bremer Team setzte sich aus drei Technikern und einen Projektleiter zusammen, die gemeinsam das Projekt erfolgreich umsetzten. Der Projektleiter der CWS Fire Safety war regelmäßig vor Ort, um die Planung, Baubesprechungen und Qualitätssicherung sicherzustellen.
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